Feuervogel

Hier mal wieder ein altes Gedicht, das mir beim blättern entgegen sprang.

Feuervogel

Feuervogel fliege frei

tönend klingt dein Lebenslied.

Tief in uns ist dein Zuhause

und dein Nest aus unsern Träumen.

Speise ist dir unsre Sehnsucht

und erlischt sie -

stirbst auch du.

Feuervogel, tief im Innern,

sing dein Lied-

und lass mich

lauschen

***

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1 Kommentar 18.1.20 14:56, kommentieren

Neues Jahr(zehnt)

In Hannover war es in der Silvestenacht extrem neblig und führte auch zu manchen Unfällen- und bei anderen Extremen zu "Umfällen". Dazu die kleine Gedicht ;-)

 

 2020


Neujahrsraketen knallen,

Nebelwolken wallen,

gefährden den Verkehr.


Viele Leute lallen,

manche sogar fallen,

da geht gar nichts mehr.


Neujahr ist gekommen,

hat uns mitgenommen,

in eine neue Zehn.


Vorsätze sind gesprochen,

werden sie gebrochen?

Na, wir werden sehn.


                  ***

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3 Kommentare 7.1.20 12:51, kommentieren

Wiedermal Weihnachten... im Irrenhaus

Weihnachten im Irrenhaus

Tja, Weihnachten mal ganz anders.  Dies ist eins  meiner ersten Gedichte überhaupt. Ich weiß nicht wie ich dazu kam in dieser Form zu schreiben- aber plötzlich war es da. Und wenn es mir heute auch naiv und ungeschliffen vorkommt, so habe ich es damals doch so erlebt, in den 60gern. In einer Psychiatrie, in der es noch Schlafsäle mit 30 Betten gab, Elektroschocks und Lobotomie.(Durchtrennung von Nervenbahnen im Gehirn)

 

Weihnachten im Irrenhaus

Was? Wo bitte?

Stille, Schweigen - verlegenes Lächeln
oder gar dummes Lachen .
Die Gesichter sind betreten, manche blicken
erstaunt um sich- als wollten sie fragen:
Was soll denn das?

Weihnachten im Irrenhaus.
Haben Sie das schon mal erlebt?
Haben Sie gesehen
wie sogenannte Idioten
über liebevoll hergerichtete Speisen herfallen?
Wie sie schmatzend und würgend
alles in sich hineinstopfen...
Krümel fallen hinunter,
Speichel mit Schokolade gemischt
rinnt am Kinn entlang.
Haben Sie gesehen wie manche
im Takte der Weihnachtslieder
sich selbst ohrfeigen oder
am Bett den Kopf aufschlagen?

Weihnachten im Irrenhaus.
Waren Sie schon mal dabei?
Haben Sie miterlebt,
wie die von Ihnen benannten Mörder,
Sittlichkeitsverbrecher, Psychopaten,
Randalierer und Herumtreiber
plötzlich stille werden?
Haben Sie gesehen wie in machen Augen
Tränen stehen?
Haben Sie gehört, wie rauhe Männerkehlen
unmusikalisch, falsch und laut
Weihnachtslieder singen?

Weihnachten im Irrenhaus.
Wissen Sie was geschieht?
Wenn jemand beim Weihnachtslied
einen epileptischen Krampfanfall bekommt?
Wenn ein Depressiver sich
während der Bescherung
die Pulsader öffnet?
Wenn ein Schizophrener plötzlich
Engel vom Himmel kommen sieht?

Weihnachten im Irrenhaus.
Haben Sie schon jemals daran gedacht?
Haben Sie nicht eben noch soviel
über Weihnachten gesprochen?
Haben Sie nicht gerade noch darüber gestöhnt?

Weihnachten im Irrenhaus.
Möchten Sie nicht bei diesen Kranken sein?
Wie? Sie wollen nichts mehr davon hören?
Sie haben auch keine Zeit mehr?
Sie müssen noch Geschenke kaufen?
Für Ihre Lieben!
Ach so,- ja dann-
    Fröhliche Weihnachten und ...
    die Karten nicht vergessen!

                          ***

4 Kommentare 23.12.19 17:57, kommentieren

Kein Gedicht ?

Na, du kleiner Wicht?

Schreibst du kein Gedicht?

Fällt dir garnichts ein?

Mensch, das ist gemein!

     Man, was machst du da?

     Ist das denn auch wahr?

     Gelingt dir gar kein Reim,

     süss wie Honigseim?

Fehlt es an Ideen?

Helfen keine Feen,

diese zarten Wesen,

sind nicht da gewesen?

     Doch, mein Freund, eh du´s gedacht

     ist ein Verslein schon gemacht.

     Sieh´s dir an, du kleiner Wicht,

     hier ist heute dein Gedicht!

 

                           * * *

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3.12.19 21:20, kommentieren

Warum mir denn nichts...

 Manchmal bin ich ja sehr unachtsam... und das kann dann schon mal unangenehme Folgen haben; wenn ich zum Beispiel daran denke, ich hätte ein Tatoo auf der Stirn haben können. Wie es dazu kommen konnte erfahrt ihr hier in dem Gedicht (noch ein Sommergedicht)

 

Fehlende Augenblicke  oder

Warum mir nichts auf der Stirn steht

Hier sitz ich, auf meinem kleinen Balkon,

die Kälte vorbei, es ist Sommer schon;

sogar viel zu heiß, wer hätte gedacht

das das Wetter diese Wendung noch macht!

Bis in den Mai war es stürmisch und kalt

und jetzt macht’s bei 30 Grad noch nicht halt.

                    So heiß, dass der RTF die Tour absagt.

Na, da hab ich mich doch gefragt,

wie ich konnte die Tour überstehn-

und was passierte sollt ihr hier sehn.

 

                     Nach Bad Arolsen rollte mein Roller

und ich bekam keinen Hitzekoller.

Im  Gegenteil, das Fahren war schön,

nur mochte ich nicht gerne stehn;

denn dann war’s unterm Helm sehr schwül-

doch das Fahren danach ein schönes Gefühl.

So hatte ich, mal gemütlich, mal mit Karacho,

185 km auf dem Tacho,

als ich am Nachmittag ankam,

wo ein Freund mich in die Arme nahm.

 

Aber ein Gezitter war dabei

und ich will es gestehen frank und frei:

 

So vor Gronau etwa, am Ende der Welt,

mein Blick von der Gegend auf den Tacho fällt-

da blinkt es heftig: „Reserve ist leer!“ -

                    nun fand ich keine Ruhe mehr.

Nur kleine Dörfer weit und breit-

da verging mir schnell die Fröhlichkeit;

und man sah mich mit 60km/h schleichen,

um vielleicht eine Tanke zu erreichen.

 

 „Noch 10 km,“ so hörte ich sagen, -

da bekam ich doch Zittern und Zagen.

Der schwere Roller, auch noch bepackt,

mein Herz nun in die Hose sackt.

 Zwar frag ich unterwegs nach Benzin-

doch alles weist nach Gronau hin.

Sogar zum Roller-Laden komm ich her,

die haben ’nen Kanister- doch der ist leer!

Ich roll mit 40- es sind noch 8 km,

ich seh’s im Geist: noch ein Ruck- und dann steht er.

 

Da seh ich ein Tatoo-Laden am Wegesrand,

und da ich bewiesen so wenig Verstand

und die Tankuhr nicht ins Aug’ tat fassen,

will ich mir jetzt ein Tatoo machen lassen.

In Spiegelschrift soll auf der Stirne stehn:

Döskopp“– damit im Spiegel ich kann's sehn.

Doch als ich meine Bitte vorgebracht

hat der nette Mann nur laut gelacht,

gab mir ’nen Kanister mit Benzin-

damit kam ich zur Tanke hin.

 

So blieb meine Stirn von der Schrift verschont,

und ich weiss jetzt, dass es sich lohnt

die Anzeigen im Aug zu bewahren,

dann kann man gut und sicher fahren.

Denn auf der Rückfahrt, das war klar,

mein Auge oft am Tacho war.

Und Hannover rief, als es mich sah:

„Hurra! Das BÄRENFELL ist wieder da!“

 .-.-.-.

112018

2 Kommentare 18.11.19 19:18, kommentieren

Regen

Puh, was für'n Wetter, da springt mich dieses Verslein an.
 
Regen fällt
auf die Welt,
macht sie nass,
das ist kein Spass.
 
Ich muss raus,
dass macht mir Graus.
Man jagt keine Maus
aussem Haus.
 
***
 
161019

3 Kommentare 16.10.19 11:15, kommentieren

Rührung


Rührung

Sitze in der Küche- nach dem Frühstück.
Plötzlich wieder dieses geheimnisvolle Gefühl...
Es ist mucksmäuschenstill-
eine Dichtigkeit in der Luft und die Erwartung-
jetzt kommt die Erklärung für Alles!
Als ob im Inneren eine Klappe aufgeht
und heraus kommt das Blatt mit der Erklärung,
der Auflösung des Rätsels "Leben"!
Oder ein Knoten im Innern geht auf und es ist da-
das Wissen um den Sinn all dessen!

Die Geräte auf der Fensterbank schauen mich an,
düster die dunkle kaffee-Pads-Maschine,
traurig, mit hängendem Kopf, der Sprudler,
keck der Mixer, mit schräg aufgesetzter Kappe.
So als erwarteten sie von mir, dass ich sie
an meiner Erkenntnis teilnehmen lasse.

Es ist so schön still...
ich höre nur meinen Atem an meiner Nase.
Ich sitze in einer Blase aus Stille und Zeit-
endlos kurz...
Dann höre ich das leise Ticken
der kleinen Wanduhr und langsam
löst sich der Bann, die Verzauberung. -
Wieder nur ein "Anrühren", aber von was?
Von Erleuchtung? Von Erkenntnis?
Oder nur von Wahnsinn?

Es fällt mir nicht leicht aufzustehen
und den normalen Gang des Lebens
wieder seinen Platz einzuräumen.              

                     *****
                
                    11019

    


3 Kommentare 3.10.19 13:47, kommentieren

Julius auf Reise - London -23

Ja, nach langer Zeit- ich dachte schon Julius gäbs nicht mehr- endlich ein Lebenszeichen von dem agilen Kerlchen. Und was für eins! Doch lest selbst:

 

 

 

Julius - London - 23

Wie wir wissen, ein Mann hat ihn mitgenommen

und er ist in einen schönen Raum gekommen,

der voller kleiner Sachen war-

für ihn wie gemacht, das war ihm klar.

Da gab’s eine Kutsche, so winzig klein,

ein Karussell, gearbeitet fein,

ein Fussballfeld mit einem Tor

und einen winzigen Fussball davor.

 

Das alles erstaunte unsern Freund sehr

und er schaute gespannt weiter umher,

bis er, unter einer gläsernen Schale

- er glaubte es kaum- mit einem male

eine Schar Flöhe zu erkennen glaubte-

was ihm beinah die Besinnung raubte,

denn Artgenossen hat er noch nie getroffen.

Vor Staunen blieb der Mund ihm offen!

 

Der Mann, auf dem er bis hier gekommen,

hat dann die Schale hoch genommen

und die Flöhe auf seinen Arm gesetzt.

Dort hat ein jeder noch seinen Rüssel gewetzt

und dann ein herrliches Mahl genommen.

Julius staunte und war ganz benommen;

doch dann tat er ‘nen riesige Satz

und mit einem herzhaften Schmatz

beteiligte er sich am frugalen Mahl.

 

Da sah er dann mit einem Mal,

neben sich- er traute den Augen kaum-

ja, es erschien ihm wie ein Traum,

eine sehr schöne Fohin sitzen,

ein goldnes Band am Halse blitzen.

Sie lächelte ihn an, da wurde ihm klar,

dass sie seine "Traumfrau Julietta" *wa (*siehe Julius: "Flohschwips"   

So hat er sie also wirklich gefunden!  -

        Er blieb, bekam ein Band umgebunden,

        aus feinstem Golddraht und wurde zum Star-

        weil er im "Flohzirkus" gelandet war.

                     -.-.-.-

All das hat er mir jetzt berichtet,

ich habe es ihm nur nachgedichtet.

Hier schließt sich der Kreis nun...

Eine Odyssee ist zu Ende

und es ist eine liebliche Wende,

denn Julius ist glücklich und froh-

wer kann das schon sagen? Erst recht ein Floh!

Wird gejagt sonst, gemieden wie die Pest-

aber Julius hat nun ein Nest,

ist ein Star in einer Schau,

hat ein Zuhause und eine Frau.

Hat viel zu erzählen, ist sehr verliebt

und hofft, dass es eine Geschichte gibt,

in der seine Abenteuer werden berichtet.

  

   Und so hab ich denn all das gedichtet. 

   Hoffe, es hat euch manches gefallen-

   vielen hoff ich, natürlich nicht allen.

   Hat es gefallen, so haut in die Tasten,

   ihr braucht mit loben nicht zu fasten.

   Die Kritik sprecht an die Wände-

   die Geschichte ist hier nun zu

                Ende

                * * *

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

25.9.19 15:44, kommentieren

Stichelei

Ein Stich

Ein Stich! Und noch ein Stich!

Wie fürchterlich!

Ist's eine Mückenplage?

Ein Bienenvolk in Rage?

    Auf'n Rücken habn ses abgesehn-

    es kann bis hin zum Hintern gehn.

    Mein Gott, wieso bin ich da nackt?

    Wo hat es mich denn hin gepackt?

Lieg ich im Garten auf'm Klee-

und sind da Wespen in der Näh?

Es kribbelt nun und wird auch warm-

ist es gar 'ne Ameisenfarm?

    So langsam macht sich Panik breit,

    ich mach zum Aufsprung mich bereit,

    da hör ich freundlich eine Stimme:

"Na, Herr Linder, war's denn schlimme?

Die erste Sitzung ist vorbei,

genug der Nadelstecherei.

Und auch die Wärme und Elektro-

das ist jetzt jedes Mal genauso.

Die Akkupunktur ist nun vorbei.

Sie könn‘ sich anziehn, sie sind frei."

 

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2 Kommentare 26.6.19 15:02, kommentieren

Wozu

Wozu

In dunkler Nacht bist du erwacht

das Herz war dir schwer.

Am Bett standen Sorgen

sie sprechen von morgen

und quälen dich sehr.

Auch all das Kleine

wächst jetzt ins Gemeine

und wird riesengroß.

Du kannst gar nichts machen,

es stürzen die Sachen

voll Wut auf dich ein.

    Da fliehst du vom Lager

stehst hilflos und hager

auf dem Balkon.

Dann siehst du die Sterne

in weiter Ferne

am Firmament stehn.

An ihren Bahnen

kannst du es ahnen

wie winzig du bist

und auch dein Leben,

dein mühsames Streben

nach kleinem Glück.

    Es fällt eine Träne

und all deine Pläne

und Sorgen lösen sich auf.

Verschmelzen zu einer Frage,

die dich durch Nächte und Tage                 

begleitet: Warum das Alles?!

           Wozu!?

               ***
  

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2 Kommentare 22.6.19 21:16, kommentieren