Regen

Puh, was für'n Wetter, da springt mich dieses Verslein an.
 
Regen fällt
auf die Welt,
macht sie nass,
das ist kein Spass.
 
Ich muss raus,
dass macht mir Graus.
Man jagt keine Maus
aussem Haus.
 
***
 
161019

3 Kommentare 16.10.19 11:15, kommentieren

Rührung


Rührung

Sitze in der Küche- nach dem Frühstück.
Plötzlich wieder dieses geheimnisvolle Gefühl...
Es ist mucksmäuschenstill-
eine Dichtigkeit in der Luft und die Erwartung-
jetzt kommt die Erklärung für Alles!
Als ob im Inneren eine Klappe aufgeht
und heraus kommt das Blatt mit der Erklärung,
der Auflösung des Rätsels "Leben"!
Oder ein Knoten im Innern geht auf und es ist da-
das Wissen um den Sinn all dessen!

Die Geräte auf der Fensterbank schauen mich an,
düster die dunkle kaffee-Pads-Maschine,
traurig, mit hängendem Kopf, der Sprudler,
keck der Mixer, mit schräg aufgesetzter Kappe.
So als erwarteten sie von mir, dass ich sie
an meiner Erkenntnis teilnehmen lasse.

Es ist so schön still...
ich höre nur meinen Atem an meiner Nase.
Ich sitze in einer Blase aus Stille und Zeit-
endlos kurz...
Dann höre ich das leise Ticken
der kleinen Wanduhr und langsam
löst sich der Bann, die Verzauberung. -
Wieder nur ein "Anrühren", aber von was?
Von Erleuchtung? Von Erkenntnis?
Oder nur von Wahnsinn?

Es fällt mir nicht leicht aufzustehen
und den normalen Gang des Lebens
wieder seinen Platz einzuräumen.              

                     *****
                
                    11019

    


3 Kommentare 3.10.19 13:47, kommentieren

Julius auf Reise - London -23

Ja, nach langer Zeit- ich dachte schon Julius gäbs nicht mehr- endlich ein Lebenszeichen von dem agilen Kerlchen. Und was für eins! Doch lest selbst:

 

 

 

Julius - London - 23

Wie wir wissen, ein Mann hat ihn mitgenommen

und er ist in einen schönen Raum gekommen,

der voller kleiner Sachen war-

für ihn wie gemacht, das war ihm klar.

Da gab’s eine Kutsche, so winzig klein,

ein Karussell, gearbeitet fein,

ein Fussballfeld mit einem Tor

und einen winzigen Fussball davor.

 

Das alles erstaunte unsern Freund sehr

und er schaute gespannt weiter umher,

bis er, unter einer gläsernen Schale

- er glaubte es kaum- mit einem male

eine Schar Flöhe zu erkennen glaubte-

was ihm beinah die Besinnung raubte,

denn Artgenossen hat er noch nie getroffen.

Vor Staunen blieb der Mund ihm offen!

 

Der Mann, auf dem er bis hier gekommen,

hat dann die Schale hoch genommen

und die Flöhe auf seinen Arm gesetzt.

Dort hat ein jeder noch seinen Rüssel gewetzt

und dann ein herrliches Mahl genommen.

Julius staunte und war ganz benommen;

doch dann tat er ‘nen riesige Satz

und mit einem herzhaften Schmatz

beteiligte er sich am frugalen Mahl.

 

Da sah er dann mit einem Mal,

neben sich- er traute den Augen kaum-

ja, es erschien ihm wie ein Traum,

eine sehr schöne Fohin sitzen,

ein goldnes Band am Halse blitzen.

Sie lächelte ihn an, da wurde ihm klar,

dass sie seine "Traumfrau Julietta" *wa (*siehe Julius: "Flohschwips"   

So hat er sie also wirklich gefunden!  -

        Er blieb, bekam ein Band umgebunden,

        aus feinstem Golddraht und wurde zum Star-

        weil er im "Flohzirkus" gelandet war.

                     -.-.-.-

All das hat er mir jetzt berichtet,

ich habe es ihm nur nachgedichtet.

Hier schließt sich der Kreis nun...

Eine Odyssee ist zu Ende

und es ist eine liebliche Wende,

denn Julius ist glücklich und froh-

wer kann das schon sagen? Erst recht ein Floh!

Wird gejagt sonst, gemieden wie die Pest-

aber Julius hat nun ein Nest,

ist ein Star in einer Schau,

hat ein Zuhause und eine Frau.

Hat viel zu erzählen, ist sehr verliebt

und hofft, dass es eine Geschichte gibt,

in der seine Abenteuer werden berichtet.

  

   Und so hab ich denn all das gedichtet. 

   Hoffe, es hat euch manches gefallen-

   vielen hoff ich, natürlich nicht allen.

   Hat es gefallen, so haut in die Tasten,

   ihr braucht mit loben nicht zu fasten.

   Die Kritik sprecht an die Wände-

   die Geschichte ist hier nun zu

                Ende

                * * *

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

25.9.19 15:44, kommentieren

Stichelei

Ein Stich

Ein Stich! Und noch ein Stich!

Wie fürchterlich!

Ist's eine Mückenplage?

Ein Bienenvolk in Rage?

    Auf'n Rücken habn ses abgesehn-

    es kann bis hin zum Hintern gehn.

    Mein Gott, wieso bin ich da nackt?

    Wo hat es mich denn hin gepackt?

Lieg ich im Garten auf'm Klee-

und sind da Wespen in der Näh?

Es kribbelt nun und wird auch warm-

ist es gar 'ne Ameisenfarm?

    So langsam macht sich Panik breit,

    ich mach zum Aufsprung mich bereit,

    da hör ich freundlich eine Stimme:

"Na, Herr Linder, war's denn schlimme?

Die erste Sitzung ist vorbei,

genug der Nadelstecherei.

Und auch die Wärme und Elektro-

das ist jetzt jedes Mal genauso.

Die Akkupunktur ist nun vorbei.

Sie könn‘ sich anziehn, sie sind frei."

 

                    ****
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1 Kommentar 26.6.19 15:02, kommentieren

Wozu

Wozu

In dunkler Nacht bist du erwacht

das Herz war dir schwer.

Am Bett standen Sorgen

sie sprechen von morgen

und quälen dich sehr.

Auch all das Kleine

wächst jetzt ins Gemeine

und wird riesengroß.

Du kannst gar nichts machen,

es stürzen die Sachen

voll Wut auf dich ein.

    Da fliehst du vom Lager

stehst hilflos und hager

auf dem Balkon.

Dann siehst du die Sterne

in weiter Ferne

am Firmament stehn.

An ihren Bahnen

kannst du es ahnen

wie winzig du bist

und auch dein Leben,

dein mühsames Streben

nach kleinem Glück.

    Es fällt eine Träne

und all deine Pläne

und Sorgen lösen sich auf.

Verschmelzen zu einer Frage,

die dich durch Nächte und Tage                 

begleitet: Warum das Alles?!

           Wozu!?

               ***
  

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2 Kommentare 22.6.19 21:16, kommentieren

Ostern

 Ein begleittext zu meinen späten Ostergrüßen
 
 
Ostern
Ostern sprach der Osterhase
zu seiner lieben, netten Frau,
"Ich glaub ich hab was an der Blase,
ich fühle es genau.
Kannst du den Kindern Eier bringen?
Ich schaff es nicht mein Schatz.
Ich will mich lieber nicht zu zwingen,
sonst macht es noch bei mir Rabatz."
 
Die Frau, die lieb, doch nicht die Hellste war,
sprach zu dem Mann "Ich mach das klar."
Doch konnt sie schlecht Adressen lesen,
drum ist es leider so gewesen,
das Eier kamen sehr spät an.-
 
Weil ich auch nicht der Hellste bin-
ihr wisst das sicher schon genau-
so gibt das Verslein einen Sinn,
denn mir gings eben wie der Frau.
Mein Gruß kommt spät,
doch er verrät,
das ich an euch gedacht.
(Und ich mich freu, wenn ihr jetzt lacht ;-)
 
                                ***
 
                              210419

1 Kommentar 22.4.19 11:07, kommentieren

Der März 2019

Ein paar vorwitzige warme Tage in diesem Monat lockten mich zu diesem Gedicht.

 Der März

Der März, der März,

das war ein echter Scherz.

So warm, das mancher Mann

in kurzer Hose und sodann

die Frau denn auch in leichtem Kleid

zum Sommer waren schon bereit.

Sie hatten sich zu früh gefreut,

denn schon am nächsten Tag ward es bereut.

Der Wind pfiff grimmig um die Ecken,

da mussten sie sich schnell verstecken

in Wintersachen lang und dick-

doch leider nicht so flott und schick.

So kam die Jahreszeit zurück,

doch dann der Frühling und zum Glück

das Wissen um das nächste Hoch

und dass, nach mancher Kälte doch

der Sommer kommt. Und dann ist klar,

das alles nur ein Anlauf war

zu einem Sommer groß und schön!

                   Ich hoffe, so wird es geschehn.

                                                    *

1 Kommentar 30.3.19 09:43, kommentieren

Die Sonne

Nach den vielen düsteren Regentagen scheint plötzlich die Sonne und kitzelt mir nicht nur die Nase, sondern auch dieses kleine Gedicht hervor

 

Sonne   

Die Sonne...

lange hinterm Berg gehalten

hinter Wolken versteckt

vom Regen verdeckt

vom Alltag verdreckt

        schaut jetzt hervor

will den Tag gestalten

lächelt mich an

da geh ich ran

freue mich dann

        sie lockt mir hervor

die Wonne
            

            ***
             *            

           20319

1 Kommentar 20.3.19 09:52, kommentieren

siehe auch:

rublog.simplesite.com

18.3.19 18:34, kommentieren

Vorspiel im Himmel

Vorspiel im Himmel

In einer der vielen Nischen in der Unendlichkeit des Himmels, sitzt eine Gruppe von Seelen auf bequemen Wolkenbänken und ist in ein hitziges Gespräch vertieft. Die Wangen glühen und m.anchmal zucken die Flügelspitzen nervös, wenn jemand einen besonders wichtigen Punkt beschreiben will

Es geht um das Leben der Seelen auf der Erde und um ihren unsterblichen Erkenntnisdrang - und die dort auftauchenden Hindernisse...
 
Man hat dem beflügelden Nektar schon eifrig zugesprochen, als eine der Seelen sich mit heftigen Flügelschlägen erhebt, sich auf eine höher schwebende Wolke stellt und von dort aus eine leidenschaftliche (wir werden sehen, daß das leider wortwörtlich zu verstehen ist) Rede hält.

"Mitseelen, Geistesgeschwister! Ich sage es hier noch einmal: Ich bin überzeugt davon, daß eine Seele, ein Geistwesen also, sich immer wieder ihres Herkommens bewußt wird - möge man sie in noch so tiefe Unwissenheit und Materie stecken.
Deshalb möchte ich hier eine himmlische Wette vorschlagen:
Laßt mich auf die Erde gehen, laßt mich tief in Vergessen, Unwissenheit, in die Materie hinabsteigen. Gebt mir ein Elternhaus, Erziehung, Umfeld, in der kein Wort, kein Schimmer von geistigem Wissen an mich heran kommt.
Gebt mir einen schwachen Start und keinerlei geistige Hilfe. Laßt mich in Stumpfsinn und Trübsal groß werden... laßt mich so bis zu meinem achtzehnten, ja, zwanzigsten Lebensjahr sein - und ich werde euch beweisen, daß trotzdem meine Seele den Weg zu ihrer geistigen Heimat finden wird.
 Ich werde euch beweisen, daß letzten Endes immer der Geist über die Mächte der herabziehenden Materie siegen wird !"
 
Den letzten Satz hatte er mit vor Eifer strahlenden Augen und weitgespannten Flügeln ausgerufen,- so laut, das einige vorbei kommende Seelen aufmerksam wurden und nun auch herbei kamen.
Die Angesprochenen der Gesprächsrunde versuchten den Aufgebrachten zu beruhigen. Sie wiesen ihn darauf hin, das er doch schon reichlich dem Nektar zugesprochen habe und dadurch manches zu einfach sähe.
Andere sprachen besorgt mit ihm, ob er denn ganz die Kraft der Versuchung durch die Widersachermächte vergessen hätte. Wieder andere wollten ihn erinnern an den Zustand des Vergessens und Unwissens, der Einsamkeit und Verlorenheit in einem menschlichen Körper...- allein, seine Glut wurde dadurch noch mehr entfacht und er bat sich immer mehr Hindernisse aus, die er auf der Erde überwinden wolle.
Ja, er verstieg sich sosehr, daß er schließlich die Geister der dunklen Fakultät anrief - die auch sogleich erschienen - um mit ihnen ein Szenario für ein solches Erdenleben zu entwerfen...
 
Und so kam es, daß unter widrigen Umständen, während eines Bombenhagels, indem die aufsteigenden, klagenden Seelen der aus dem Leben gerissenen Soldaten und Zivilisten an ihm vorbei zogen, eine nun unwissende, erschrockene und verwirrte Seele sich in einem trostlosen Zuhause inkarnierte um ihr selbst gewähltes Schicksal zu erleben...

 

12.3.15

2 Kommentare 18.3.19 18:13, kommentieren