Warum mir denn nichts...

 Manchmal bin ich ja sehr unachtsam... und das kann dann schon mal unangenehme Folgen haben; wenn ich zum Beispiel daran denke, ich hätte ein Tatoo auf der Stirn haben können. Wie es dazu kommen konnte erfahrt ihr hier in dem Gedicht (noch ein Sommergedicht)

 

Fehlende Augenblicke  oder

Warum mir nichts auf der Stirn steht

Hier sitz ich, auf meinem kleinen Balkon,

die Kälte vorbei, es ist Sommer schon;

sogar viel zu heiß, wer hätte gedacht

das das Wetter diese Wendung noch macht!

Bis in den Mai war es stürmisch und kalt

und jetzt macht’s bei 30 Grad noch nicht halt.

                    So heiß, dass der RTF die Tour absagt.

Na, da hab ich mich doch gefragt,

wie ich konnte die Tour überstehn-

und was passierte sollt ihr hier sehn.

 

                     Nach Bad Arolsen rollte mein Roller

und ich bekam keinen Hitzekoller.

Im  Gegenteil, das Fahren war schön,

nur mochte ich nicht gerne stehn;

denn dann war’s unterm Helm sehr schwül-

doch das Fahren danach ein schönes Gefühl.

So hatte ich, mal gemütlich, mal mit Karacho,

185 km auf dem Tacho,

als ich am Nachmittag ankam,

wo ein Freund mich in die Arme nahm.

 

Aber ein Gezitter war dabei

und ich will es gestehen frank und frei:

 

So vor Gronau etwa, am Ende der Welt,

mein Blick von der Gegend auf den Tacho fällt-

da blinkt es heftig: „Reserve ist leer!“ -

                    nun fand ich keine Ruhe mehr.

Nur kleine Dörfer weit und breit-

da verging mir schnell die Fröhlichkeit;

und man sah mich mit 60km/h schleichen,

um vielleicht eine Tanke zu erreichen.

 

 „Noch 10 km,“ so hörte ich sagen, -

da bekam ich doch Zittern und Zagen.

Der schwere Roller, auch noch bepackt,

mein Herz nun in die Hose sackt.

 Zwar frag ich unterwegs nach Benzin-

doch alles weist nach Gronau hin.

Sogar zum Roller-Laden komm ich her,

die haben ’nen Kanister- doch der ist leer!

Ich roll mit 40- es sind noch 8 km,

ich seh’s im Geist: noch ein Ruck- und dann steht er.

 

Da seh ich ein Tatoo-Laden am Wegesrand,

und da ich bewiesen so wenig Verstand

und die Tankuhr nicht ins Aug’ tat fassen,

will ich mir jetzt ein Tatoo machen lassen.

In Spiegelschrift soll auf der Stirne stehn:

Döskopp“– damit im Spiegel ich kann's sehn.

Doch als ich meine Bitte vorgebracht

hat der nette Mann nur laut gelacht,

gab mir ’nen Kanister mit Benzin-

damit kam ich zur Tanke hin.

 

So blieb meine Stirn von der Schrift verschont,

und ich weiss jetzt, dass es sich lohnt

die Anzeigen im Aug zu bewahren,

dann kann man gut und sicher fahren.

Denn auf der Rückfahrt, das war klar,

mein Auge oft am Tacho war.

Und Hannover rief, als es mich sah:

„Hurra! Das BÄRENFELL ist wieder da!“

 .-.-.-.

112018

18.11.19 19:18

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


pally (18.11.19 19:37)
Hallo Rudolf,ein Gedicht zum Schmunzeln, wenn es nicht so einen ernsten Kern hätte.Aber ein Tattoo auf der Stirn ist immer noch besser , als ein Brett vor`m Kopf! Aber Spaß beiseite: ich werde auch kribbelig, wenn plötzlich die Tankanzeige rot leuchtet....., und die nächste Tankstelle noch in weiter Ferne...... LG pally


Rudolf (26.11.19 10:01)
Hallo pally,
das ist nett, das du dich so einfühlen kannst. Und danke für die Grüße, Rudolf

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