Ostern

 Ein begleittext zu meinen späten Ostergrüßen
 
 
Ostern
Ostern sprach der Osterhase
zu seiner lieben, netten Frau,
"Ich glaub ich hab was an der Blase,
ich fühle es genau.
Kannst du den Kindern Eier bringen?
Ich schaff es nicht mein Schatz.
Ich will mich lieber nicht zu zwingen,
sonst macht es noch bei mir Rabatz."
 
Die Frau, die lieb, doch nicht die Hellste war,
sprach zu dem Mann "Ich mach das klar."
Doch konnt sie schlecht Adressen lesen,
drum ist es leider so gewesen,
das Eier kamen sehr spät an.-
 
Weil ich auch nicht der Hellste bin-
ihr wisst das sicher schon genau-
so gibt das Verslein einen Sinn,
denn mir gings eben wie der Frau.
Mein Gruß kommt spät,
doch er verrät,
das ich an euch gedacht.
(Und ich mich freu, wenn ihr jetzt lacht ;-)
 
                                ***
 
                              210419

1 Kommentar 22.4.19 11:07, kommentieren

Der März 2019

Ein paar vorwitzige warme Tage in diesem Monat lockten mich zu diesem Gedicht.

 Der März

Der März, der März,

das war ein echter Scherz.

So warm, das mancher Mann

in kurzer Hose und sodann

die Frau denn auch in leichtem Kleid

zum Sommer waren schon bereit.

Sie hatten sich zu früh gefreut,

denn schon am nächsten Tag ward es bereut.

Der Wind pfiff grimmig um die Ecken,

da mussten sie sich schnell verstecken

in Wintersachen lang und dick-

doch leider nicht so flott und schick.

So kam die Jahreszeit zurück,

doch dann der Frühling und zum Glück

das Wissen um das nächste Hoch

und dass, nach mancher Kälte doch

der Sommer kommt. Und dann ist klar,

das alles nur ein Anlauf war

zu einem Sommer groß und schön!

                   Ich hoffe, so wird es geschehn.

                                                    *

1 Kommentar 30.3.19 09:43, kommentieren

Die Sonne

Nach den vielen düsteren Regentagen scheint plötzlich die Sonne und kitzelt mir nicht nur die Nase, sondern auch dieses kleine Gedicht hervor

 

Sonne   

Die Sonne...

lange hinterm Berg gehalten

hinter Wolken versteckt

vom Regen verdeckt

vom Alltag verdreckt

        schaut jetzt hervor

will den Tag gestalten

lächelt mich an

da geh ich ran

freue mich dann

        sie lockt mir hervor

die Wonne
            

            ***
             *            

           20319

1 Kommentar 20.3.19 09:52, kommentieren

siehe auch:

rublog.simplesite.com

18.3.19 18:34, kommentieren

Vorspiel im Himmel

Vorspiel im Himmel

In einer der vielen Nischen in der Unendlichkeit des Himmels, sitzt eine Gruppe von Seelen auf bequemen Wolkenbänken und ist in ein hitziges Gespräch vertieft. Die Wangen glühen und m.anchmal zucken die Flügelspitzen nervös, wenn jemand einen besonders wichtigen Punkt beschreiben will

Es geht um das Leben der Seelen auf der Erde und um ihren unsterblichen Erkenntnisdrang - und die dort auftauchenden Hindernisse...
 
Man hat dem beflügelden Nektar schon eifrig zugesprochen, als eine der Seelen sich mit heftigen Flügelschlägen erhebt, sich auf eine höher schwebende Wolke stellt und von dort aus eine leidenschaftliche (wir werden sehen, daß das leider wortwörtlich zu verstehen ist) Rede hält.

"Mitseelen, Geistesgeschwister! Ich sage es hier noch einmal: Ich bin überzeugt davon, daß eine Seele, ein Geistwesen also, sich immer wieder ihres Herkommens bewußt wird - möge man sie in noch so tiefe Unwissenheit und Materie stecken.
Deshalb möchte ich hier eine himmlische Wette vorschlagen:
Laßt mich auf die Erde gehen, laßt mich tief in Vergessen, Unwissenheit, in die Materie hinabsteigen. Gebt mir ein Elternhaus, Erziehung, Umfeld, in der kein Wort, kein Schimmer von geistigem Wissen an mich heran kommt.
Gebt mir einen schwachen Start und keinerlei geistige Hilfe. Laßt mich in Stumpfsinn und Trübsal groß werden... laßt mich so bis zu meinem achtzehnten, ja, zwanzigsten Lebensjahr sein - und ich werde euch beweisen, daß trotzdem meine Seele den Weg zu ihrer geistigen Heimat finden wird.
 Ich werde euch beweisen, daß letzten Endes immer der Geist über die Mächte der herabziehenden Materie siegen wird !"
 
Den letzten Satz hatte er mit vor Eifer strahlenden Augen und weitgespannten Flügeln ausgerufen,- so laut, das einige vorbei kommende Seelen aufmerksam wurden und nun auch herbei kamen.
Die Angesprochenen der Gesprächsrunde versuchten den Aufgebrachten zu beruhigen. Sie wiesen ihn darauf hin, das er doch schon reichlich dem Nektar zugesprochen habe und dadurch manches zu einfach sähe.
Andere sprachen besorgt mit ihm, ob er denn ganz die Kraft der Versuchung durch die Widersachermächte vergessen hätte. Wieder andere wollten ihn erinnern an den Zustand des Vergessens und Unwissens, der Einsamkeit und Verlorenheit in einem menschlichen Körper...- allein, seine Glut wurde dadurch noch mehr entfacht und er bat sich immer mehr Hindernisse aus, die er auf der Erde überwinden wolle.
Ja, er verstieg sich sosehr, daß er schließlich die Geister der dunklen Fakultät anrief - die auch sogleich erschienen - um mit ihnen ein Szenario für ein solches Erdenleben zu entwerfen...
 
Und so kam es, daß unter widrigen Umständen, während eines Bombenhagels, indem die aufsteigenden, klagenden Seelen der aus dem Leben gerissenen Soldaten und Zivilisten an ihm vorbei zogen, eine nun unwissende, erschrockene und verwirrte Seele sich in einem trostlosen Zuhause inkarnierte um ihr selbst gewähltes Schicksal zu erleben...

 

12.3.15

2 Kommentare 18.3.19 18:13, kommentieren

Morgenidylle


Morgenidylle

Sitze in der Küche beim Frühstück.                                                              
Plötzlich ein Summen, Fiepsen... an- und abschwellend...
     Es kommt von der Thermoskanne...
Will sie was erzählen? Morst sie mit der Kaffemachine?
Über ihr Leben? Geheimnisse des Universums?                                                

Sind es Gedanken an ihre Schwester im Keller?
Beide kommen aus einer Produktion, haben gemeinsam
das elektrische Licht der Fabrik erblickt,
gehörten zusammen... jetzt getrennt.
Sehnsucht? 
            

Die Tanne draußen vor dem Fenster
wiegt sich im Wind...  oben sieht sie aus wie Merlin...
an der Seite wie King Louis aus dem Dschungelbuch,
darunter ein kleiner Hundekopf... sie reden miteinander,
in einer Zaubersprache...                                                                                         
Meine Thermoskanne schweigt... hört sie denen da draußen zu?

    Leise tropft die Zeit wie Honig von der Küchenuhr...
tropft auf den Tisch, verdichtet sich, schwillt an...
ich sitze in einer Zeitblase, kann nicht aufstehn...
bin wie gebannt... Stunden...Tage...Jahre...
Ein Blitz der Ewigkeit  ~ ~ ~  vorbei. 
Staunend schaue ich mich um...
es ist immer noch der selbe Tag,
der selbe Raum...
Die Dinge schweigen.

                                     * * *
                                         *

                                                                

2 Kommentare 31.12.18 13:03, kommentieren

zu "Weihnachten im ..."

Aus dem Bekanntenkreis kam die Frage: "Wie konntest du denn "Irrenhaus" schreiben!?"                                                                                                                                Das war schon provokativ gemeint. Und aus der "Irrenanstalt" war ja die  "Provinzial-, Heil- und Pflege-Anstalt Galkhausen" geworden und als ich dort anfing war es schon das "Rheinische Landeskrankenhaus Langenfeld" geworden- was allerdings der Busschaffner (sowas gabs damals auch noch) noch nicht kannte, hilflos guckte, bis einer der Fahrgäste rief: "Mensch, der will nach Jalkes"- Womit die Klinik, die Haltestelle und der Stadtteil Galkhausen gemeint war.                                 Und dies Büchlein fand ich in der Anstalt 

 image

26.12.18 13:50, kommentieren

Weihnachten im Irrenhaus

Tja, Weihnachten mal ganz anders.  Dies ist eins  meiner ersten Gedichte überhaupt. Ich weiß nicht wie ich dazu kam in dieser Form zu schreiben- aber plötzlich war es da. Und wenn es mir heute auch naiv und ungeschliffen vorkommt, so habe ich es damals doch so erlebt, in den 60gern. In einer Psychiatrie, in der es noch Schlafsäle mit 30 Betten gab, Elektroschocks und Lobotomie.(Durchtrennung von Nervenbahnen im Gehirn)

 

Weihnachten im Irrenhaus

Was? Wo bitte?

Stille, Schweigen - verlegenes Lächeln
oder gar dummes Lachen .
Die Gesichter sind betreten, manche blicken
erstaunt um sich- als wollten sie fragen:
Was soll denn das?

Weihnachten im Irrenhaus.
Haben Sie das schon mal erlebt?
Haben Sie gesehen
wie sogenannte Idioten
über liebevoll hergerichtete Speisen herfallen?
Wie sie schmatzend und würgend
alles in sich hineinstopfen...
Krümel fallen hinunter,
Speichel mit Schokolade gemischt
rinnt am Kinn entlang.
Haben Sie gesehen wie manche
im Takte der Weihnachtslieder
sich selbst ohrfeigen oder
am Bett den Kopf aufschlagen?

Weihnachten im Irrenhaus.
Waren Sie schon mal dabei?
Haben Sie miterlebt,
wie die von Ihnen benannten Mörder,
Sittlichkeitsverbrecher, Psychopaten,
Randalierer und Herumtreiber
plötzlich stille werden?
Haben Sie gesehen wie in machen Augen
Tränen stehen?
Haben Sie gehört, wie rauhe Männerkehlen
unmusikalisch, falsch und laut
Weihnachtslieder singen?

Weihnachten im Irrenhaus.
Wissen Sie was geschieht?
Wenn jemand beim Weihnachtslied
einen epileptischen Krampfanfall bekommt?
Wenn ein Depressiver sich
während der Bescherung
die Pulsader öffnet?
Wenn ein Schizophrener plötzlich
Engel vom Himmel kommen sieht?

Weihnachten im Irrenhaus.
Haben Sie schon jemals daran gedacht?
Haben Sie nicht eben noch soviel
über Weihnachten gesprochen?
Haben Sie nicht gerade noch darüber gestöhnt?

Weihnachten im Irrenhaus.
Möchten Sie nicht bei diesen Kranken sein?
Wie? Sie wollen nichts mehr davon hören?
Sie haben auch keine Zeit mehr?
Sie müssen noch Geschenke kaufen?
Für Ihre Lieben!
Ach so,- ja dann-
    Fröhliche Weihnachten und ...
    die Karten nicht vergessen!

4 Kommentare 22.12.18 17:38, kommentieren

Wenn es Winter wird

Wenn es Winter wird und schneit
ist fast jeder gern bereit
sich vermummt hinaus zu begeben
um dort im Schnee sich auszuleben.
Manche tolle Schneeballschlacht
wurde früher so gemacht.

Doch heuer ist es noch zu warm,
es friert nichtmal die Haut am Arm.
Auch die Füße habens gut,
brauchen nicht des Ofens Glut.
Und Anderen was zum Fest zu schenken,
daran mag man garnicht denken.

Denn man denkt die ganze Zeit-
ach, bis Ostern ist noch Zeit.
 
                    ***
 
                  221218


22.12.18 17:31, kommentieren

Julius auf Reisen - 22 - London

Endlich, nach langer Zeit, wieder etwas Neues von unserem Reisefloh. Wenn es euch juckt- hier ist er...

 

 

Julius - 22 - London

Julius ist in London geblieben

und hat dort allerlei noch getrieben:

 

Aus dem Kabinett ist er heraus gekommen

indem er eine Dame genommen,

die gerade ist zum Ausgang geschritten

und ist auf ihr nach Hause geritten.

Doch zunächst hat sie eine Brücke genommen

und ist in St. Pauls Cathedral angekommen.

Diese Kirche ist sehr beliebt und bekannt

und manch großer Name wird in ihr genannt:

Lord Nelson, der als See-Admiral sogar

nach vielen Siegen immer noch seekrank war,

hat in der Krypta ein stilles Grab gefunden.

Auch wurde eine Ehe hier verbunden,

von Prinz Charles mit der hübschen Diana-

was ja leider nicht von Dauer war.

Von Dauer dagegen war die Zeit

die Elisabeth II war bereit

ihr Reich zu vertreten und zu winken,

auf großen Festen zu essen und trinken.

Und dass sie das 50 Jahre gemacht,

an das hat man hier festlich gedacht. -

 

Doch Lady Magret, so war ihr Name,

denn sie war eine vornehme Dame,

wollte gern in die Kuppel gehn

(warum, das werdet ihr gleich verstehn).

Denn diese Kuppel, die sogar,

noch größer als die vom Petersdom war,

hatte oben, das war schon bekannt,

etwas was "Flüstergalerie" benannt;

von der man- und das war sehr zum Staunen-

man bloß ein Wort brauchte zu raunen,

wenn jemand gegenüber stand,

er über 34m jedes Wort verstand!

 

Die Lady flüsterte einen Termin

wenn auf der andern Seite ein Mann erschien,

mit dem sie dann heimlich verabredet war-

warum so geheim, war Julius nicht klar.

Erst später hat er dann erfahren

das Lady Magret schon seit Jahren

im Dienste des Geheimdienstes stand

und was sie mit diesem Mann verband.

So wurde unserm Held manch Geheimnis zu eigen-

doch davon müssen wir hier leider schweigen.

 

Nach manchen Treffen die er gehabt

hat es endlich doch mal geklappt

und ein Treffen- ihr ratet es nie-

war endlich in der Tate Galerie!

Julius ist ganz aufgeregt gewesen,

hatte er doch viel über das Bild gelesen,

das ihn so magisch angezogen.

(Erinnert ihr euch? Da bin ich ja froh,

es war das Bild von einem besonderen Floh.)

 

So hat er gelernt, das ist nicht gelogen,

auf das Tablet der Dame zu springen

um Auskünfte an sich zu bringen

die er, so meinte er, für sich brauchte.

Er erfuhr so viel, dass der Kopf ihm rauchte.

So das Blake, der Maler und Dichter,

schon als Kind hatte Gesichter

von Geistern übersinnlicher Natur.

Folglich ist es nicht erstaunlich das nur

er manche Dinge vor sich sah-

die waren für andere gar nicht da.

So ist es denn auch geschehn,

dass eines Abends er gesehn,

den Geist von einem Floh-

und voll Schrecken er floh

zurück ins Haus,

denn dieser Geist sah schrecklich aus:

 

Eine riesige, große Gestalt,

schuppig, gesprenkelt und voller Gewalt!

Mit züngelnder Zunge und brennendem Blick

so kehrte er immer wieder zurück.

Zum Malen ist der Geist dann erschienen

und wollte auch mit Auskünften dienen.

Bei der Schöpfung war er groß wie ein Stier

und war der Stärkste von allem Getier.

Da merkte der Schöpfer, das darf nicht sein

und machte ihn- wie heute- winzig und klein.

Da wurde er wütend und sann auf Rache.

So wohne er in Männerseelen und mache

sie blutrünstig und voller Gewalt!

Auch in dieser winzigen Gestalt

lechzt er noch immer nach Blut,

wie es ein Floh ja auch tut. -

 

Wie Julius all dies Schreckliche erfuhr

schämte er sich eine Weile nur

dafür, dass er so blutdurstig war;

aber was bot sich ihm denn anders dar?

Schließlich musste er seinen Hunger stillen,

er konnte sich ja keine Würstchen grillen.

Und so sehr er konnte den Urahn verstehn,

so wollte er doch wieder gehn.

Sah sich das Bild auch nur kurz an

um voller Schauer dann

auf einen Mann zu springen,

der sollte ihn zum Ausgang bringen.

Doch der sich noch andre Bilder ansah,

denn da waren berühmte Maler da:

Van Gogh und Gauguin, um ein paar nur zu nennen,

auch Picasso, Dali und Beuys lernte er kennen.

Der Bilder waren so schön und so viel,

dass er bald in einen Schlaf verfiel.

 

Und siehe, als er aufgewacht

hat ihn was Schönes angelacht...

Er war in einem besonderen Raum

der noch besser war als mancher Traum!...

 

                      * * *

 

 Wo ist er denn? Was ist geschen?

 Ich bin gespannt, hoffe wir werden sehn.

                        *

                     151118

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare 20.11.18 16:41, kommentieren