Grauer Morgen


Grauer Morgen

Wie grau der Morgen scheint,
 
kein frühlingshaftes Glänzen.
 
Die Vögel halten sich versteckt.
 
Es tost der Wind und Tropfen fallen.

 
So siehts in meiner Seele aus,
 
kein heiteres Gezwitscher.
 
Grau ist der Seelenvorhang nun
 
wo Zwangsgedanken tosen.
 
Und fragst du nach den Regentropfen -
              
          so sieh in meine Augen.             
 
***

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1 Kommentar 21.6.18 16:20, kommentieren

Nachtmahr

Nachtmahr

Still ist die Nacht,
ich bin erwacht,
der Mond in mein Fenster schien.
Ich bin ganz voll Schweiß,
daß ist der Preis
für die Träume die fliehn.

Noch zittert mein Herz,
noch fühl ich den Schmerz,
will vor Furcht fast vergehn.
Zu nah war das Grauen.
Wie soll ich vertrauen,
wie denn, den Tag überstehn.              

                   *** 

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21.6.18 15:53, kommentieren

Dämmerung

Wenn Dämmerung

Wenn Dämmerung dich umhüllt-

dort drinnen, welche die Seele umgibt-

dringt kaum Licht dort hinein.

Nur unnütze Taten, vergebliche Mühen,

vertane Tage, enttäuschte Hoffnung...

         alles Versagen klagt dich nun an.

Noch funktionierst du, gelingt dir

die Maske des Bürgers.

Doch brodelnde Lava oder

eisige Kälte hocken in dir

und schreien dich an:

         "Gib‘s auf! Mach endlich Schluss

         mit diesem unnützen Spiel!"

                        ***

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18.6.18 21:44, kommentieren

Vorfrühling

Da ich ja Z.Zt. nichts vom "Julius" rein bekomme, habe ich mich draußen in der Natur umgesehen... dabei fiel mir wieder eines meiner Lieblingsgedichte ein. Und da ich finde, dass es so genau und so feinsinnig diesen Zustand und Vorgang des "vor dem eigentlichen Frühling" beschreibt, will ich es hier wiedergeben. Vielleicht kennen es ja einige von euch auch.

 
Rainer Maria Rilke

Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

                      ~ ~ ~

28.3.18 15:23, kommentieren

Warum ?

Warum klappt es mit dem abonnieren nicht mehr?

22.3.18 13:55, kommentieren

Gedicht vom Steppenwolf

Bei der klirrenden Kälte saß ich auf dem Balkon und blinzelte in die Sonne, als völlig unvorhergesehen und unerwartet Hesses Gedicht vom Steppenwolf in mir hochstieg.
Ich konnte ihn vor mir sehen und hier möchte ich ihn euch auch vorstellen...
 
Gedicht vom Steppenwolf

Ich Steppenwolf trabe und trabe,
Die Welt liegt voll Schnee,
Vom Birkenbaum flügelt der Rabe,
Aber nirgends ein Hase, nirgends ein Reh!
In die Rehe bin ich so verliebt,
Wenn ich doch eins fände!
Ich nähm's in die Zähne, in die Hände,
Das ist das Schönste, was es gibt.
Ich wäre der Holden so von Herzen gut,
Fräße mich tief in ihre zärtlichen Keulen,
Tränke mich satt an ihrem hellroten Blut,
Um nachher die ganze Nacht einsam zu heulen.
Sogar mit einem Hasen war ich zufrieden,
Süß schmeckt sein warmes Fleisch in der Nacht -
Ach, ist denn alles von mir geschieden,
Was das Leben ein bißchen fröhlicher macht?
An meinem Schwanz ist das Haar schon grau,
Auch kann ich nicht mehr ganz deutlich sehen,
Schon vor Jahren starb meine liebe Frau.
Und nun trab ich und träume von Rehen,
Trabe und träume von Hasen,
Höre den Wind in der Winternacht blasen,
Tränke mit Schnee meine brennende Kehle,

Trage dem Teufel zu meine arme Seele

                     ***

1 Kommentar 3.3.18 14:31, kommentieren

Julius auf Reisen-21-London

Endlich Neues vom Julius! Er st in London und es geht ihm gut. Aber lest selbst...

Julius auf Reisen –London

Wir wollen Julius nicht vergessen,
wie er, auf einer Fellmütze gesessen,
aus der Kirche nach draußen kam-
von der Hüpferei noch halb lahm.
Als die „Misa Tango“ vorbei
und er vom Zwang zu tanzen frei
und das Publikum, nach einer Spende,
nach Hause ging, es war ja zu Ende.
Julius schlief bald schon ein und träumte
von einem Chor von Flöhen, der räumte
ihm gerade ein schönes, bequemes Bett
im weichen Hundefell, das fand er nett.

Er erwachte erst, als man zu Hause war-
vom Besitzer der Mütze, das ist ja klar.
Als die Mütze auf einen Haken gehängt,
hat sich Julius schnell nach außen gedrängt
und wollte das neue Heim sich ansehn.
Er sah den Besitzer vor sich stehn,
sprang mit einem Riesensatz, ganz fein,
in den schönen Rauschebart hinein.
Der Bartbesitzer ging zum Telefon,
doch Julius verstand garkeinen Ton
und später wurde ihm auch klar,
weil dieser Mann nämlich ein Russe war,
der als Tourist in London verweilte,
weshalb er sich auch sehr beeilte
in London alles Schöne zu sehn.
So sollte es zu Madam Tussaud gehen-
und Julius war mit dabei.

Nach einem Frühstück mit weichem Ei,
ging es zur U-Bahn, was Julius kannte-
auch wenn man in Paris sie Metro nannte.
Im Kabinett der Madam Tussaud angekommen,
hat Julius sich ein Herz genommen
und sprang auf 'nen Herrn mit ‘ner tollen Rolle
im Haar. Doch als er ihm dann volle 
Kanne in den Hals stechen wollte
und sich dabei zum Hemdkragen rollte,
da fand er kein Blut, nur 'ne komische Haut,
ganz ohne Haare und als er näher geschaut,
da war es nur Wachs, wie es ihm schien.
Da hätte er am liebsten geschrien
vor Enttäuschung. Doch viele Leute blieben stehn
und wollten den Mann näher besehn.
So war es dann ziemlich schnell voll
und jemand rief: "Guck mal, der King of Rock 'n Roll!"
Ja, es war der Superstar Elvis-
von seinen Fans auch genannt "The Pelvis",
was er selber gar nicht gern hörte.
Womit er jedoch die Mädels betörte,
denn sein Beckenschwung ihm den Namen bescherte;
doch auch wegen seiner Stimme man ihn sehr verehrte.
Gern hätte Julius ihn lebend gesehn und gehört
und bestimmt wäre auch er von ihm ganz betört-
doch auf 'ne Puppe aus Wachs zu stehn,
dazu konnte ihm schon die Lust vergehn.
So hüpfte er auf den nächsten Mann-
und eine Musikgeschichte begann:

Von Star zu Star sprang er so fort
und blieb doch stets am selben Ort.
Mit Michael Jackson hätte er tanzen können,
doch wollte er sich auch die Damen gönnen...
Vier Blondinen fand er besonders nett
und wäre gerne mit ihnen im Bett,
also so im richtigen Leben
und nur um Blut zu trinken eben.
Doch leider war er Adele zwar nah,
auch Britney Spears und auch Madonna,
verrückt erschien ihm Lady Gaga,
die wirklich völlig gaga war;
denn als Hut hatte sie ein Telefon-
das war ihm zu viel und er sprang davon.

Er bekam "Weltlenker" zu Gesicht,
Vergangene und von denen man spricht.
So stand denn auch Donald Trump da herum,
da aber war es Julius zu dumm
und er sprang in die Filmgeschichte-
(doch verlangt nicht, dass ich davon berichte,
denn viel zu viel gab’s da zu sehen,
ihr solltet selbst einmal dorthin gehen.)
Julius war zum Schluss ganz erschossen,
denn obwohl er all das genossen,
hat es ihm an Blut gemangelt.
Daher hat er sich einen Menschen geangelt
der gerade an ihm kam vorbei geschritten
und ist auf ihm nach Hause geritten.
Man sah ihn auf einer Frau aus dem Kabinett gehn-
wir sind gespannt, was weiter wird geschehn.                      

                             ***
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2 Kommentare 16.2.18 15:48, kommentieren

An Marlies

An Marlies
 Marlies ist 'ne süße Frau
nimmt’s mit dem Putzen sehr genau.
Alles soll stets sauber sein.
Auch im Herzens Kämmerlein
sollen nur gute Gedanken wohnen-
Gott wird uns dafür belohnen.

 
Doch sie selbst macht sich oft Sorgen,
will den Kindern etwas borgen,
versucht der Schwester beizustehn,
mit ihrem Freund zum Arzt zu gehen.
Nur an sich denkt sie zuletzt.

Wenn sie krank ist, sich verletzt,
kümmert sie das nicht so sehr,
wie wenn’s nun mal ein andrer wär. –
 
Ach, meine liebe Marlies-Maus,
ruh dich wirklich einmal aus.
Lass den Freund was für dich tun,
    du sollst dich endlich mal ausruhn.
Leg dich in die warme Wanne.
Trink mal Tee, ne ganze Kanne.
Schick den Rudolf hin und her.
Und:
Nimm die Dinge nicht so schwer!
  
 ***
 
Oktober 2017

3 Kommentare 10.1.18 18:09, kommentieren

Gesundheit

Gesundheit

Du bist gesund-
dann genieße es.
Zu schnell schlägt
der Dämon zu...
und schon
beutelt es dich
zwickt dich
quält dich
füllt dich
mit Pein.
Stunden vertan
mit Warten
bei Ärzten
uninteressierten
arroganten
unfähigen
bestenfalls
hilflosen.
Warum wird
dein Körper
dein Feind?
Statt als Freund
gemeinsam
eindringenden Feinden
die fiebernde Stirn
zu bieten.
Verlassen stehst du
auf modrigem
Schlachtfeld
die Fahne am Boden
du kapitulierst.
Möge der Feind
sich erbarmen.
*

271117


5 Kommentare 28.11.17 09:59, kommentieren

Stuttgart

Beim Kramen dies alte Gedicht gefunden...

Stuttgart

Stuttgart in alten Tagen,
vor vielen Jahren- es war einmal.
Vieles vergessen, ganz ohne Frage,
andres beschönigt- es war wunderbar.
Bekannte Gesichter,
in denen Lichter
des Lebens glühn.

Was hat ihr Leuchten
wohl zu bedeuten?
Wo hat es sie hingeführt?
Wird alles vergehen?

 Ich lieb das Geschehen,
das uns zusammengeführt.
Die erinnerten Bilder
sind heute viel milder
und schöner, als sie's damals warn.

Was ist das Leben?
Was will es uns geben?
Und- was wollen wir?
Ich kann es nicht wissen!
Doch will ich nichts missen,
denn hier und auch heute,
liebe ich es.
            ***
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1 Kommentar 24.11.17 18:21, kommentieren