Stichelei

Ein Stich

Ein Stich! Und noch ein Stich!

Wie fürchterlich!

Ist's eine Mückenplage?

Ein Bienenvolk in Rage?

    Auf'n Rücken habn ses abgesehn-

    es kann bis hin zum Hintern gehn.

    Mein Gott, wieso bin ich da nackt?

    Wo hat es mich denn hin gepackt?

Lieg ich im Garten auf'm Klee-

und sind da Wespen in der Näh?

Es kribbelt nun und wird auch warm-

ist es gar 'ne Ameisenfarm?

    So langsam macht sich Panik breit,

    ich mach zum Aufsprung mich bereit,

    da hör ich freundlich eine Stimme:

"Na, Herr Linder, war's denn schlimme?

Die erste Sitzung ist vorbei,

genug der Nadelstecherei.

Und auch die Wärme und Elektro-

das ist jetzt jedes Mal genauso.

Die Akkupunktur ist nun vorbei.

Sie könn‘ sich anziehn, sie sind frei."

 

                    ****
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1 Kommentar 26.6.19 15:02, kommentieren

Wozu

Wozu

In dunkler Nacht bist du erwacht

das Herz war dir schwer.

Am Bett standen Sorgen

sie sprechen von morgen

und quälen dich sehr.

Auch all das Kleine

wächst jetzt ins Gemeine

und wird riesengroß.

Du kannst gar nichts machen,

es stürzen die Sachen

voll Wut auf dich ein.

    Da fliehst du vom Lager

stehst hilflos und hager

auf dem Balkon.

Dann siehst du die Sterne

in weiter Ferne

am Firmament stehn.

An ihren Bahnen

kannst du es ahnen

wie winzig du bist

und auch dein Leben,

dein mühsames Streben

nach kleinem Glück.

    Es fällt eine Träne

und all deine Pläne

und Sorgen lösen sich auf.

Verschmelzen zu einer Frage,

die dich durch Nächte und Tage                 

begleitet: Warum das Alles?!

           Wozu!?

               ***
  

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2 Kommentare 22.6.19 21:16, kommentieren

Ostern

 Ein begleittext zu meinen späten Ostergrüßen
 
 
Ostern
Ostern sprach der Osterhase
zu seiner lieben, netten Frau,
"Ich glaub ich hab was an der Blase,
ich fühle es genau.
Kannst du den Kindern Eier bringen?
Ich schaff es nicht mein Schatz.
Ich will mich lieber nicht zu zwingen,
sonst macht es noch bei mir Rabatz."
 
Die Frau, die lieb, doch nicht die Hellste war,
sprach zu dem Mann "Ich mach das klar."
Doch konnt sie schlecht Adressen lesen,
drum ist es leider so gewesen,
das Eier kamen sehr spät an.-
 
Weil ich auch nicht der Hellste bin-
ihr wisst das sicher schon genau-
so gibt das Verslein einen Sinn,
denn mir gings eben wie der Frau.
Mein Gruß kommt spät,
doch er verrät,
das ich an euch gedacht.
(Und ich mich freu, wenn ihr jetzt lacht ;-)
 
                                ***
 
                              210419

1 Kommentar 22.4.19 11:07, kommentieren

Der März 2019

Ein paar vorwitzige warme Tage in diesem Monat lockten mich zu diesem Gedicht.

 Der März

Der März, der März,

das war ein echter Scherz.

So warm, das mancher Mann

in kurzer Hose und sodann

die Frau denn auch in leichtem Kleid

zum Sommer waren schon bereit.

Sie hatten sich zu früh gefreut,

denn schon am nächsten Tag ward es bereut.

Der Wind pfiff grimmig um die Ecken,

da mussten sie sich schnell verstecken

in Wintersachen lang und dick-

doch leider nicht so flott und schick.

So kam die Jahreszeit zurück,

doch dann der Frühling und zum Glück

das Wissen um das nächste Hoch

und dass, nach mancher Kälte doch

der Sommer kommt. Und dann ist klar,

das alles nur ein Anlauf war

zu einem Sommer groß und schön!

                   Ich hoffe, so wird es geschehn.

                                                    *

1 Kommentar 30.3.19 09:43, kommentieren

Die Sonne

Nach den vielen düsteren Regentagen scheint plötzlich die Sonne und kitzelt mir nicht nur die Nase, sondern auch dieses kleine Gedicht hervor

 

Sonne   

Die Sonne...

lange hinterm Berg gehalten

hinter Wolken versteckt

vom Regen verdeckt

vom Alltag verdreckt

        schaut jetzt hervor

will den Tag gestalten

lächelt mich an

da geh ich ran

freue mich dann

        sie lockt mir hervor

die Wonne
            

            ***
             *            

           20319

1 Kommentar 20.3.19 09:52, kommentieren

siehe auch:

rublog.simplesite.com

18.3.19 18:34, kommentieren

Vorspiel im Himmel

Vorspiel im Himmel

In einer der vielen Nischen in der Unendlichkeit des Himmels, sitzt eine Gruppe von Seelen auf bequemen Wolkenbänken und ist in ein hitziges Gespräch vertieft. Die Wangen glühen und m.anchmal zucken die Flügelspitzen nervös, wenn jemand einen besonders wichtigen Punkt beschreiben will

Es geht um das Leben der Seelen auf der Erde und um ihren unsterblichen Erkenntnisdrang - und die dort auftauchenden Hindernisse...
 
Man hat dem beflügelden Nektar schon eifrig zugesprochen, als eine der Seelen sich mit heftigen Flügelschlägen erhebt, sich auf eine höher schwebende Wolke stellt und von dort aus eine leidenschaftliche (wir werden sehen, daß das leider wortwörtlich zu verstehen ist) Rede hält.

"Mitseelen, Geistesgeschwister! Ich sage es hier noch einmal: Ich bin überzeugt davon, daß eine Seele, ein Geistwesen also, sich immer wieder ihres Herkommens bewußt wird - möge man sie in noch so tiefe Unwissenheit und Materie stecken.
Deshalb möchte ich hier eine himmlische Wette vorschlagen:
Laßt mich auf die Erde gehen, laßt mich tief in Vergessen, Unwissenheit, in die Materie hinabsteigen. Gebt mir ein Elternhaus, Erziehung, Umfeld, in der kein Wort, kein Schimmer von geistigem Wissen an mich heran kommt.
Gebt mir einen schwachen Start und keinerlei geistige Hilfe. Laßt mich in Stumpfsinn und Trübsal groß werden... laßt mich so bis zu meinem achtzehnten, ja, zwanzigsten Lebensjahr sein - und ich werde euch beweisen, daß trotzdem meine Seele den Weg zu ihrer geistigen Heimat finden wird.
 Ich werde euch beweisen, daß letzten Endes immer der Geist über die Mächte der herabziehenden Materie siegen wird !"
 
Den letzten Satz hatte er mit vor Eifer strahlenden Augen und weitgespannten Flügeln ausgerufen,- so laut, das einige vorbei kommende Seelen aufmerksam wurden und nun auch herbei kamen.
Die Angesprochenen der Gesprächsrunde versuchten den Aufgebrachten zu beruhigen. Sie wiesen ihn darauf hin, das er doch schon reichlich dem Nektar zugesprochen habe und dadurch manches zu einfach sähe.
Andere sprachen besorgt mit ihm, ob er denn ganz die Kraft der Versuchung durch die Widersachermächte vergessen hätte. Wieder andere wollten ihn erinnern an den Zustand des Vergessens und Unwissens, der Einsamkeit und Verlorenheit in einem menschlichen Körper...- allein, seine Glut wurde dadurch noch mehr entfacht und er bat sich immer mehr Hindernisse aus, die er auf der Erde überwinden wolle.
Ja, er verstieg sich sosehr, daß er schließlich die Geister der dunklen Fakultät anrief - die auch sogleich erschienen - um mit ihnen ein Szenario für ein solches Erdenleben zu entwerfen...
 
Und so kam es, daß unter widrigen Umständen, während eines Bombenhagels, indem die aufsteigenden, klagenden Seelen der aus dem Leben gerissenen Soldaten und Zivilisten an ihm vorbei zogen, eine nun unwissende, erschrockene und verwirrte Seele sich in einem trostlosen Zuhause inkarnierte um ihr selbst gewähltes Schicksal zu erleben...

 

12.3.15

2 Kommentare 18.3.19 18:13, kommentieren

Morgenidylle


Morgenidylle

Sitze in der Küche beim Frühstück.                                                              
Plötzlich ein Summen, Fiepsen... an- und abschwellend...
     Es kommt von der Thermoskanne...
Will sie was erzählen? Morst sie mit der Kaffemachine?
Über ihr Leben? Geheimnisse des Universums?                                                

Sind es Gedanken an ihre Schwester im Keller?
Beide kommen aus einer Produktion, haben gemeinsam
das elektrische Licht der Fabrik erblickt,
gehörten zusammen... jetzt getrennt.
Sehnsucht? 
            

Die Tanne draußen vor dem Fenster
wiegt sich im Wind...  oben sieht sie aus wie Merlin...
an der Seite wie King Louis aus dem Dschungelbuch,
darunter ein kleiner Hundekopf... sie reden miteinander,
in einer Zaubersprache...                                                                                         
Meine Thermoskanne schweigt... hört sie denen da draußen zu?

    Leise tropft die Zeit wie Honig von der Küchenuhr...
tropft auf den Tisch, verdichtet sich, schwillt an...
ich sitze in einer Zeitblase, kann nicht aufstehn...
bin wie gebannt... Stunden...Tage...Jahre...
Ein Blitz der Ewigkeit  ~ ~ ~  vorbei. 
Staunend schaue ich mich um...
es ist immer noch der selbe Tag,
der selbe Raum...
Die Dinge schweigen.

                                     * * *
                                         *

                                                                

2 Kommentare 31.12.18 13:03, kommentieren

zu "Weihnachten im ..."

Aus dem Bekanntenkreis kam die Frage: "Wie konntest du denn "Irrenhaus" schreiben!?"                                                                                                                                Das war schon provokativ gemeint. Und aus der "Irrenanstalt" war ja die  "Provinzial-, Heil- und Pflege-Anstalt Galkhausen" geworden und als ich dort anfing war es schon das "Rheinische Landeskrankenhaus Langenfeld" geworden- was allerdings der Busschaffner (sowas gabs damals auch noch) noch nicht kannte, hilflos guckte, bis einer der Fahrgäste rief: "Mensch, der will nach Jalkes"- Womit die Klinik, die Haltestelle und der Stadtteil Galkhausen gemeint war.                                 Und dies Büchlein fand ich in der Anstalt 

 image

26.12.18 13:50, kommentieren

Weihnachten im Irrenhaus

Tja, Weihnachten mal ganz anders.  Dies ist eins  meiner ersten Gedichte überhaupt. Ich weiß nicht wie ich dazu kam in dieser Form zu schreiben- aber plötzlich war es da. Und wenn es mir heute auch naiv und ungeschliffen vorkommt, so habe ich es damals doch so erlebt, in den 60gern. In einer Psychiatrie, in der es noch Schlafsäle mit 30 Betten gab, Elektroschocks und Lobotomie.(Durchtrennung von Nervenbahnen im Gehirn)

 

Weihnachten im Irrenhaus

Was? Wo bitte?

Stille, Schweigen - verlegenes Lächeln
oder gar dummes Lachen .
Die Gesichter sind betreten, manche blicken
erstaunt um sich- als wollten sie fragen:
Was soll denn das?

Weihnachten im Irrenhaus.
Haben Sie das schon mal erlebt?
Haben Sie gesehen
wie sogenannte Idioten
über liebevoll hergerichtete Speisen herfallen?
Wie sie schmatzend und würgend
alles in sich hineinstopfen...
Krümel fallen hinunter,
Speichel mit Schokolade gemischt
rinnt am Kinn entlang.
Haben Sie gesehen wie manche
im Takte der Weihnachtslieder
sich selbst ohrfeigen oder
am Bett den Kopf aufschlagen?

Weihnachten im Irrenhaus.
Waren Sie schon mal dabei?
Haben Sie miterlebt,
wie die von Ihnen benannten Mörder,
Sittlichkeitsverbrecher, Psychopaten,
Randalierer und Herumtreiber
plötzlich stille werden?
Haben Sie gesehen wie in machen Augen
Tränen stehen?
Haben Sie gehört, wie rauhe Männerkehlen
unmusikalisch, falsch und laut
Weihnachtslieder singen?

Weihnachten im Irrenhaus.
Wissen Sie was geschieht?
Wenn jemand beim Weihnachtslied
einen epileptischen Krampfanfall bekommt?
Wenn ein Depressiver sich
während der Bescherung
die Pulsader öffnet?
Wenn ein Schizophrener plötzlich
Engel vom Himmel kommen sieht?

Weihnachten im Irrenhaus.
Haben Sie schon jemals daran gedacht?
Haben Sie nicht eben noch soviel
über Weihnachten gesprochen?
Haben Sie nicht gerade noch darüber gestöhnt?

Weihnachten im Irrenhaus.
Möchten Sie nicht bei diesen Kranken sein?
Wie? Sie wollen nichts mehr davon hören?
Sie haben auch keine Zeit mehr?
Sie müssen noch Geschenke kaufen?
Für Ihre Lieben!
Ach so,- ja dann-
    Fröhliche Weihnachten und ...
    die Karten nicht vergessen!

4 Kommentare 22.12.18 17:38, kommentieren